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POLITIK UND IMMIGRANTEN Seit dem 2. Juni 1946 ist Italien eine parlamentarische Republik. An diesem Tag wurde in einer Volksabstimmung entschieden, daß die Monarchie abgeschafft und eine Republik gegründet wurde. Auch Frauen durften zum ersten Mal an den Wahlen teilnehmen. Italien ist in folgende 20 Regionen aufgeteilt: Abruzzo (Abruzzen), Valle d´Aosta (Aostatal), Puglia (Apulien), Basilicata (Basilikata), Emilia-Romagna, Friuli-Venezia Giulia (Friaul-Julisch Venetien), Calabria(Kalabrien), Lazio (Latium), Liguria (Ligurien), Lombardia (Lombardei), Marche (Marken), Molise, Piemonte (Piemont), Sardegna (Sardinien), Sicilia (Sizilien), Toscana (Toskana), Veneto (Venetien), Trentino-Alto Adige (Trentino-Südtirol) und Umbria (Umbrien). Die Regionen unterteilen sich weiter in Provinzen und diese dann in Gemeinden. Jede Region hat ihre eigene Regierung. Das Aostatal, Friaul-Julisch Venetien, Sardinien, Sizilien und Trentino-Südtirol sind autonome Regionen mit Sonderstatus. Für das Jahr 2007 hat die italienische Regierung ein Limit von 63.000 Aufenthaltsgenehmigungen gesetzt, um die Immigration zu regeln. Da die Industrie Arbeitskräfte aus dem Ausland sucht, um die Produktivität halten zu können, wurde dieses Limit schon in den ersten Monaten erreicht. Im Gegensatz dazu gibt es einen großen Zulauf von illegalen Einwanderern, die meistens von den schwer zu überwachenden Küsten nach Italien gelangen. Das vorliegende Heft ist den Flüchtlingen und MigrantInnen gewidmet,
die versuchten, nach Italien zu kommen. Die Fluchtwege über die Adria oder über
das tyrrhenische Meer nach Italien gehören zu den sichersten – es
ist nach wie vor ziemlich unwahrscheinlich, dass man festgenommen wird – und zugleich zu den gefährlichsten:
Dort sind seit 1993 mehr als 700 Menschen gestorben. Die Kriminalisierung
zwingt die Menschen auf die rasenden
Schlauchboote oder auf die rostigen Kähne der kommerziellen Fluchthilfe. Oftmals müssen
sie die Boote weit vor der Küste verlassen, werden über bord
gestossen oder einfach ausgesetzt. Vielfach kommt es zu Zusammenstössen mit Schiffen der italienischen Marine. Die süditalienische Bevölkerung hingegen hat den italienischen Staat häufig
als Besatzer erlebt, aus diesem Grunde ist sie ihm gegenüber oftmals
wenig loyal und ihre gesellschaftlichen Institutionen sind wenig verstaatlicht.
Kurdische Flüchtlinge wurden in halbverlassenen
Dörfer auf Dauer aufgenommen, man wies ihnen Häuser zu. Die
ersten albanischen Flüchtlinge wurden, trotz Polizeicordon, mit
Wasserrationen und Lebensmittelspenden begrüßt. Erst allmählich wandeln sich die Verhältnisse zur flüchtlingsfeindlichen Umgebung. Das süditalienische Apulien wird durch die westeuropäischen Flüchtlingspolitik zu einer der größten Militärbasen im Mittelmeer ausgebaut. An die Stelle des Zentralstaats treten regionale und städtische Selbstregierungen, In Süditalien kommt diese Dezentalisierung der Mafia, der Camorra1 und der `ndrangheta2 (mafiaähnliche Verbindungen) für ihre ökonomischen Zwecke gerade recht. Somit unterstützen diese Gruppen ebenso kommerzielle Fluchthelfer. |
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